Working for the Few

  • Almost half of the world’s wealth is now owned by just one percent of the population.

  • The wealth of the one percent richest people in the world amounts to $110 trillion. That’s 65 times the total wealth of the bottom half of the world’s population.

  • The bottom half of the world’s population owns the same as the richest 85 people in the world.

  • Seven out of ten people live in countries where economic inequality has increased in the last 30 years.

  • The richest one percent increased their share of income in 24 out of 26 countries for which we have data between 1980 and 2012.

  • In the US, the wealthiest one percent captured 95 percent of post-financial crisis growth since 2009, while the bottom 90 percent became poorer.

(Oxfam 2014)

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Anarchismus? Commons?

Schon klar, jeder „Ismus“ macht misstrauisch, und Sie stellen sich unter „Anarchie“ sicherlich Chaos und Gewalt vor. Dazu kommen wir noch. Fürs Erste bauen wir vielleicht ein paar Ängste ab, wenn wir Noam Chomsky zitieren:

Es ist meines Erachtens vollkommen richtig, in jedem Aspekt des Lebens die jeweiligen autoritären, hierarchischen und herrschaftsbestimmten Strukturen ausfindig zu machen und klar zu umreißen, und dann zu fragen, ob sie notwendig sind; wenn es keine spezielle Rechtfertigung für sie gibt, sind sie illegitim und sollten beseitigt werden, um den Spielraum der menschlichen Freiheit zu erweitern.

Anarchistische und anti-autoritäre Ideen haben einen großen Einfluß auf die Neuen Sozialen Bewegungen. Ein besonders interessantes Beispiel ist für mich die Commons-Bewegung:

Commons bestehen […] immer aus drei Elementen, einer Ressource (die stofflich oder immateriell sein kann), den Menschen, die diese Ressourcen nutzen (in der Literatur häufig Commoners genannt) und dem Aushandlungsprozess darüber, wie diese Ressource genutzt werden soll, also den Aneignungsregeln. Commons sind eine soziale Beziehung und sie entstehen aus einer sozialen Praxis, die wir Commoning nennen, die gemeinsame Sorge um etwas, sei es ein Gemeinschaftsgarten, ein genossenschaftliches Unternehmen oder der freie Internetzugang.
Diese Art sozialer Arrangements unterscheidet sich grundsätzlich von der kapitalistischen Produktion: In ihrer emanzipatorischen Idealform verwirklichen Commons die Überwindung von Privateigentum, Knappheit, Lohnarbeit, Wettbewerb und Markt. Auch wenn in einer kapitalistischen Umgebung Commons nie ganz ohne Geld auskommen, können sie doch eine Orientierung bieten für die Entwicklung nicht kapitalistischer Produktionsweisen. Es entstehen dort kreative “dissidente Praktiken” im Umgang mit Arbeit, Geld und Privateigentum, die über den Kapitalismus hinausweisen. Weil Commons auch die Entscheidungsinstanzen für die Nutzung der Ressourcen umfassen, beinhalten sie tendenziell auch neue, substanziellere Formen der Demokratie.

(Andreas Exner / Brigitte Kratzwald: Solidarische Ökonomie & Commons. Wien 2012. S. 23f.)

Der Commons-Diskurs ist für jede Weltanschauung anschlußfähig:

Konservative erfreut das bewahrende und gemeinschaftliche an den commons, Liberale erfreut die Staatsferne und nicht völlige Marktinkompatibilität, Anarchisten die Selbstorganisation, Sozialisten und Kommunisten der gemeinsam kontrollierte Besitz.

Der Commons-Diskurs bietet also eine Möglichkeit, Anarchisten und Nicht-Anarchisten miteinander ins Gespräch über „Spielräume menschlicher Freiheit“ zu bringen. Dieses Schaubild über die Logik der Commons bildet ein ziemlich anarchistisches Programm ab. Warum nicht Schritt für Schritt dieser Logik folgen und einfach mal schauen, wie weit man kommt?

logic-of-the-market-and-the-commons-chart

Schlimmstenfalls landet man bei einem „Kapitalismus 3.0“, im besten Falle aber bei Erich Mühsam: „Alles für alle durch alle!“

Was soll das hier?

Es heißt, zum Kapitalismus gebe es „keine Alternative“. Das wollen wir doch mal sehen. So vernünftig ist er nämlich gar nicht, wenn Sie hier mal reinschauen:

Instead of engaging in the usual moralistic leftist critique of capitalism, this pamphlet tackles the subject head on, on its own turf—economics—and demolishes the common belief that „capitalism delivers the goods.“ Sheppard does this through close consideration of 10 of the most outstanding inefficiencies of capitalism—things such as manufacture of false desires, product duplication, cost-shifting, systemic unemployment, waste of unsold goods, and the inefficiency of hierarchies. Through this analysis, Sheppard shows that, given the labor and resources at hand, capitalism is a horribly wasteful system that produces a pitifully small amount of useful goods and services. (Quelle)