Monat: August 2014

Er lebt noch

Lohnarbeit hindert mich an regelmäßigeren Postings, deshalb an dieser Stelle nur zwei Hinweise zum sträflich vernachlässigten Thema „Strategie“:

  • James Herod: Getting free. Herod schlägt vor, den Kapitalismus durch Assoziationen aus autonomen Nachbarschaften zu ersetzen. Seine Überlegungen gehen in eine ähnliche Richtung wie die Commons-Bewegung und der Ansatz von P. M. und Neustart Schweiz.

  • The Historical Failure of Anarchism. Es ist die alte Frage: Wieviel Hierarchie und Zentralismus brauchen wir? Der Neo(?)-Maoismus von Kasama dürfte kaum die Antwort sein, doch kann man der gestellten Frage auch als Anarchist ehrlicherweise nicht ausweichen. Man denke etwa an die autoritären Züge der Machno-Bewegung:

    While condemning the Soviet Cheka as an authoritarian betrayal, Makhno created two secret police forces that carried out numerous acts of terror. After a battle in one village, they shot a villager suspected of treachery with no trial. They summarily executed many of their prisoners of war. Their secret police were tasked with getting rid of “opponents within or outwith [sic] the movement.” Their activities led to one anarchist Congress asking Makhno to explain his activities: „It has been reported to us that there exists in the army a counter-espionage service which engages in arbitrary and uncontrolled actions, of which some are very serious, rather like the Bolshevik Cheka. Searches, arrests, even torture and executions are reported.“

    Selbst wackere Verteidiger Machnos übergehen diese unangenehmen Details lieber mit Schweigen. Und auch die Spanische Revolution ist wohl ein Beispiel für das im Text erwähnte Dilemma:

    Da jede erfolgreiche Arbeiterrevolution sofort und unvermeidlich zu einer Entschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums und zur Aufhebung der Arbeitsproduktivität als Grundnorm der politischen Ökonomie führt, hat sie nur dann eine Chance, wenn sie global in Gang kommt und weltweit koordiniert ist. Andernfalls geraten die revolutionären „Arbeiterregierungen“ sofort in das Dilemma, sich gegen die sie umgebende und sie einkreisende kapitalistische Welt durch die Wiederherstellung der arbeiterfeindlichen Produktivitätsnormen behaupten zu müssen und dadurch im gleichen Augenblick ihre Existenzgrundlage zu verlieren. Die Überwindung der Arbeit kann nur noch als weltweites Projekt gedacht werden, und zwar unabhängig von den jeweils dominierenden Formen der Ausbeutung und Verwertung des menschlichen Arbeitsvermögens.

    Was aber, wenn das schiefgeht? Väterchen Stalin?

    „Man muss nachdenken, was man tut.“ (Pepe, der Paukerschreck)