Monat: Februar 2014

„Shocking Waste“

Neues aus dem vernünftigsten Wirtschaftssystem aller Zeiten:

More than 11m homes lie empty across Europe – enough to house all of the continent’s homeless twice over – according to figures collated by the Guardian from across the EU. […]
On top of the 11m empty homes – many of which were bought as investments by people who never intended to live in them – hundreds of thousands of half-built homes have been bulldozed in an attempt to shore up the prices of existing properties.
Housing campaigners said the „incredible number“ of homes lying empty while millions of poor people were crying out for shelter was a „shocking waste“. […]
There are 4.1 million homeless across Europe, according to the European Union.

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Linkliste „Kollaps“

Und Du? (via)

Was will er denn nun? Weltuntergangsprophezeiungen von irgendwelchen Öko-Spinnern? Hatten wir das nicht schon einmal? Nun…

Die Grenzen des Wachstums

Die Studie „The Limits to Growth“ gilt heute mancherorts als Paradebeispiel für längst widerlegten Öko-Wahnsinn. Neuere Studien zeichnen ein anderes Bild: Der Kollaps der Industriegesellschaft ist tatsächlich nicht unwahrscheinlich. Wo stehen wir wirklich?

Klimawandel

Tomasz Konicz fasst zusammen:

Der exponentiell wachsende Treibhausgasausstoß ließ die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf inzwischen rund 390 ppm (parts per million) ansteigen, während die natürliche Fluktuation der Kohlendioxidkonzentration sich in den vergangenen 800.000 Jahren zwischen 170 und 300 ppm bewegte. Laut einer innerhalb der Klimawissenschaft dominanten Hypothese wird ab einer CO2-Konzentration von mehr als 450 ppm – die einem globalen Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter entspricht – der Klimawandel irreversibel beschleunigt, da ab diesem Grenzwert ein tipping point (Kippunkt) des Klimasystems erreicht würde, der eine Kaskade sich selbst verstärkender Rückkopplungseffekte auslösen würde, bei denen die Treibhausgasemissionen ohne weiteres menschliches Zutun über einen sehr langen Zeitraum immer weiter zunehmen würden.

Und die Zeit wird knapp:

Die Internationale Energieagentur IEA geht davon aus, daß der point of no return bereits 2017, in fünf Jahren also, erreicht sein wird. »Die Tür schließt sich gerade«, warnte Fatih Birol, Chefökonom der IEA, Ende 2011. Der realexistierende Energiesektor der Weltwirtschaft emittiere bereits rund 80 Prozent des »Kohlendioxidbudgets«, das bis zum Erreichen des Kippunkts von 450 ppm noch übrig sei. 2015 werden es schon 90 Prozent sein. »Wenn wir nicht jetzt die Richtung ändern, wie wir Energie nutzen, werden wir über dem von der Wissenschaft angegebenen Minimum landen«, so Birol. Dennoch gebe es nur »wenige Anzeichen dafür, daß der dringend benötigte Richtungswechsel der globalen Energietrends« eingeleitet wurde, hieß es in einem korrespondierenden IEA-Bericht.

Den Stand Ende 2013 hat Dahr Jamail hier zusammengefasst. Guy McPherson sammelt hier regelmäßig Informationen zum aktuellen Stand des Klimawandels. Bis Februar 2014 hat er nicht weniger als 29 positive Rückkopplungseffekte identifiziert. Nun gibt es gewiss gute Gründe, seine Daten für Panikmache zu halten. Einerseits. Andererseits fand man im Oktober 2013 heraus, dass vor 55 Millionen Jahren ein plötzlicher globaler Temperaturanstieg stattgefunden hat – nicht wie bishalb angenommen innerhalb von 10.000 Jahren, sondern in 13 Jahren. Und das ist noch nicht alles. McPherson sieht im Klimawandel nur eine von mehreren tödlichen Menschheitskatastrophen. Selbst abzüglich einiger Übertreibungen ist es ernst. [Update 17.03.2014: Hier eine ausführlichere Kritik an McPherson.]

Artensterben

Sehr wahrscheinlich hat der Mensch das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier ausgelöst. Einen Überblick über die neuesten Entwicklungen findet man hier. Klar ist jedenfalls, dass die Zerstörung der Biodiversität die Ernährungsgrundlagen der Menschheit bedroht.

Atomkraftwerke

Gewiß, die verdienen eigentlich einen eigenen Eintrag. Hier sei aber auf eine dritte mögliche Menschheitskatastrophe hingewiesen: 400 Tschernobyls auf einmal, wenn Peak Oil und eine Störung der Stromnetze zusammenkommen.

Ressourcenschwund

Bereits 2005 waren zwei Drittel der irdischen Ressourcen verbraucht. Nicht nur Öl, sondern auch andere Rohstoffe werden allmählich knapp.

Es ist also ernst – und auch die erneuerbaren Energien allein werden wahrscheinlich nicht helfen, wenn wir Tom Murphy, Gail Tverberg und Ted Trainer glauben dürfen. Die Diskussion ist kontrovers; es wird aber wohl nicht schaden, den Ressourcenverbrauch der Menschheit so schnell wie möglich so weit wie möglich zu reduzieren. Das Buzzword der Stunde ist Resilienz. Unter Resilience.org findet man zahlreiche weitere Ressourcen zum Thema.

Blogs zum Thema

UPDATE (06.08.2014): If We Release a Small Fraction of Arctic Carbon, ‚We’re Fucked‘: Climatologist

Linkliste „Arbeit“

Ausbeutung

Technologische Arbeitslosigkeit

Geht dem Kapitalismus wegen Automatisierung die Arbeit aus? Eine Studie von 2013 hält jedenfalls 47 Prozent aller Jobs in den USA für bedroht. Droht sogar eine 1/5-Gesellschaft?

Arbeitskritik

Selbst wenn man nicht von Ausbeutung ausgeht und sich einen Kapitalismus ohne Arbeitslosigkeit vorstellen kann, bleibt die Tatsache, dass Arbeit schon von ihrer Zweckbestimmung her sowohl im Kapitalismus als auch im Staatssozialismus weder selbstbestimmt noch bedürfnisorientiert ist. Arbeitskritiker halten ein quantitativ (Arbeitszeitverkürzung) und qualitatitv anderes Arbeiten für möglich und notwendig. Manche lehnen den Begriff „Arbeit“ ab und ziehen z. B. „Tätigkeit“ vor.